Berlin – Prenzlauer Berg                                                    Photographien von Bernd Heyden

Als Bernd Heyden Ende der 1960er Jahre begann, das Leben der Menschen zwischen den maroden Gemäuern links und rechts der Schönhauser Allee mit seiner Kamera festzuhalten, war der Prenzlauer Berg ein dem Verfall preisgegebener Großstadtbezirk, in der viele soziale Gruppen lebten, das heute weitgehend verdrängte proletarische Milieu dominierte. 

 

Heyden war selbst ein Kind des Prenzlauer Bergs, seine Bilder erzählen auch von seinem eigenen Leben. Von offizieller Seite gelegentlich als »Müllkastenfotograf« geschmäht, ließen ihn sein Realismus und sein fotografisches Feingefühl dennoch zu einem Klassiker der DDR-Fotografie werden, der auf jüngere Kollegen anregend wirkte. 

Zu seinen Lebzeiten konnte Heyden nur selten Fotografien ausstellen. Die erste und bislang einzige Werkschau veranstalteten seine Freunde und Kollegen 1987, drei Jahre nach seinem frühen Tod.

Stargarder Straße 1973
Stargarder Straße 1973
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Schönhauser Allee 1970
Schönhauser Allee 1970
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Bötzowstraße 1974
Bötzowstraße 1974
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OderbergerStraße/Kastanienallee 1970
OderbergerStraße/Kastanienallee 1970
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Gleimstraße 1976
Gleimstraße 1976
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Saalbau am Friedrichshain 1976
Saalbau am Friedrichshain 1976
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Bernd Heyden             

Bernd Heyden wurde 1940 in Swinemünde in Pommern geboren und wuchs bei seiner Mutter im Bötzowkiez

des Berliner Prenzlauer Bergs auf. Nach dem Abschluss der 8. Klasse begann er eine Lehre als Damenschneider

und arbeitete ab 1957 als Bügler im Konfektionsbetrieb VEB »Treff-Modelle« in der Greifswalder Straße.

Nach dem Mauerbau wurde er Chauffeur des Rektors der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee und ab 1963 persönlicher Fahrer des Leiters des Instituts für angewandte Kunst, das 1972 im Amt für industrielle Formgestaltung aufging, wodurch er in Kontakt zu Studenten, Künstlern und Fotografen kam. Erste fotografische Versuche sind ab 1965 nachweisbar.

 

Ab 1969 konnte er gelegentlich Fotografien in der Zeitschrift »Das Magazin«, später auch im »Sonntag« veröffentlichen. Zwischen 1970 und 1980 entstanden nahezu alle überlieferten Bilder aus dem Prenzlauer Berg, insgesamt weit über 1000 Motive. Noch als Amateur bekam Heyden 1972 die Ehrennadel für Fotografie des Deutschen Kulturbundes in Bronze.

Seine fotografische Arbeit versiegt Anfang der 80Jahre durch seine anhaltende Alkoholkrankheit, der er 1984 in Berlin erlag.

irgendwo am Prenzlauer Berg 1976
irgendwo am Prenzlauer Berg 1976
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Sie finden die Ausstellung

vom 9.2. bis 28.3.2017 im

BABYLON

Rosa-Luxemburg-Straße 30

10178 Berlin

U2 Rosa-Luxemburg-Platz

 

Die Ausstellung ist wochentags täglich von 17 Uhr bis Betriebsende geöffnet.

Am Wochenende startet der Kinobetrieb bereits am Vormittag, die tatsächlichen

Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Homepage des Kino Babylon.

Grundsätzlich sind Kino und Ausstellung bereits 30 min vor der ersten Vorstellung geöffnet.

Bernd Heydens Nachlass wird im Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz bewahrt, das die Aufarbeitung

seines fotografischen Werkes und mehrere Buchpublikationen im Lehmstedt Verlag ermöglichte.

Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Freundeskreises Willy-Brandt-Haus

und dem Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz, kuratiert von Dr. Mathias Bertram.

Die Ausstellung wird vom Geschichtsbüro Müller und dem Kino Babylon in der Zeit vom

9. Februar 2017 bis 28. März 2017 im Foyer und im Rondell des Kinos präsentiert.

Dies ist möglich, durch die großzügige Unterstützung der GASAG.

Zur Ausstellung ist in der Reihe photopocket des Lehmstedt Verlags ein sehr schöner Bildband erschienen.

Wir danken allen Beteiligten und freuen uns sehr, eine solche Ausstellung im

Rahmen der Prenzlauerberginale 2017 für die Besucher kostenlos zeigen zu dürfen.

Mit freundlicher Unterstützung der GASAG

PRENZLAUERBERGINALE